Regelung der Nachnamen für Kinder: Zukünftig auch Weitergabe des Namens der Mutter möglich

“Wichtiger Schritt in Richtung Gleichstellung”

Diese Woche wird im Plenum der Abgeordnetenkammer in Rom das Gesetz zur Regelung der Nachnamen für Kinder diskutiert. „Bisher hat ein eheliches Kind automatisch den Namen des Vaters erhalten, nun wird dieser Diskriminierung ein Ende gesetzt und es wird zukünftig auch die alleinige Weitergabe des Nachnamens der Mutter an das Kind möglich sein“, erklärt die Südtiroler Kammerabgeordnete und Vorsitzende der SVP-Frauenbewegung Renate Gebhard, deren Gesetzentwurf in den von der Justizkommission vorgelegten Einheitstext mit eingeflossen ist.

Nachdem die Justizkommission in den vergangenen Tagen einen Einheitstext vorbereitet hatte, wird das Gesetz zur Regelung der Nachnamen für Kinder diese Woche im Plenum der Abgeordnetenkammer diskutiert. Der vereinheitlichte Gesetzestext fußt auf dem Dekret der Regierung und den Vorschlägen der Abgeordneten, darunter dem von der Südtiroler Parlamentarierin Renate Gebhard vorgelegten und den SVP-Kammerabgeordneten mitunterzeichneten Gesetzesvorschlag.

„Die Kammer wurde dazu aufgefordert die Materie dringend zu regeln, nachdem das Urteil des Gerichtshofes für Menschenrechte im Jänner 2014 die Mängel der italienischen Gesetzgebung aufgezeigt hatte“, erklärt die Abgeordnete Renate Gebhard. Gebhard hat selbst einen Gesetzesvorschlag zur Regelung der Nachnamen für Kinder eingebracht. „Es war höchst an der Zeit, dass auch in Italien die im Artikel 3 der Verfassung festgeschriebene Gleichstellung zwischen Mann und Frau auch auf die Abstammung der Kinder anzuwenden“, so Gebhard. Das Urteil des  europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte habe die Notwendigkeit der Initiative verstärkt.

„Der von der Justizkommission vorgelegte Einheitstext überwindet das Konzept des Patriarchats in der Familie, da die Pflicht des väterlichen Nachnamens abgeschafft wird, die Rechte der unehelich geborenen Kinder anerkannt werden und somit die vom europäischen Gerichtshof aufgezeigte Diskrimination zwischen ehelichen und unehelichen Kindern beendet wird. „Die verheirateten Eltern können nun in der Geburtsurkunde frei wählen, ob sie ihrem Kind den Nachnamen des Vaters, der Mutter oder beider Elternteile geben wollen“, so Gebhard. Die SVP-Kammerabgeordnete unterstreicht, dass bei Uneinigkeit zwischen den Eltern dem Kind beide Nachnamen in alphabetischer Reihenfolge gegeben werden.

Renate Gebhard unterstreicht zudem die Notwendigkeit, dass die vom europäischen Gerichtshof für Menschenrechte aufgeworfenen Beanstandungen auch im Zivilgesetzbuch festgeschrieben und die Bestimmungen auch auf von beiden Eltern anerkannten unehelich geborenen Kindern angewandt werden. „Wird das Kind nur von einem Elternteil anerkannt, so erhält es dessen Nachnamen“, so Gebhard. Ferner werde mit dem neuen Gesetz den Rechten volljähriger Kinder Rechnung getragen: Diese können ihrem Namen den Nachnamen des Vaters bzw. der Mutter hinzufügen. „Nun steht die Entscheidung in der Aula der Abgeordnetenkammer an: eine Abstimmung für die Freiheit, für die Anerkennung der Kinderrechte und für die Gleichstellung beider Elternteile, die Italien den Weg zu einem wahren Rechtsstaat öffnen“, betont Renate Gebhard.

 

Dieser Beitrag wurde unter Uncategorized veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.